Welches Genre für euren Manga (Thema Action)?
Lucas schrieb:
“Hallo, Ich finde ihre Einträge sehr toll, und haben mir viel geholfen. Ich zeichne Action-Mangas (Shounen), ich verstehe ja dass sie dazu bestimmt nicht viel zu sagen haben, aber ich habe halt gemerkt dass die Verlegern seit viele Jahre keine Deutsche Action-Mangas mehr veröffentlichen, heißt es dann die werden mich nicht annehmen weil ich Action zeichne?”
Hallo Lucas! Also erstmal: Ich habe über Shounen (Jungs-Manga) genauso viel zu sagen, wie über Shojo (Mädchen-Manga)! Ich beschäftige mich mit vielen Aspekten im Manga und, Tataa!, liebe es, Action-Szenen zu zeichnen und zu inszenieren! Ich kann also gerne etwas dazu schreiben :-).
Aber erstmal zu deiner Frage: Wie du an einigen aktuellen Veröffentlichungen erkennen kannst, schließen deutsche Verlage Manga mit Action nicht aus! Bei Tokyopop gibt es z.B. die Werke von David Füleki und Martin Geier, die “typische” Actionszenen enthalten, also Passagen mit Speedlines, Staubwolken und großflächigen Soundwords ;-).
-> Hier mal eine aktuelle Leseprobe von Herrn Geier.
Generell: Auch wenn schöne Actionszenen einen Manga tragen können, wird der Verlag trotzdem verlangen, dass sie in eine schlüssige Handlung eingebaut wurden. Daran scheitern höchstwahrscheinlich die Bewerbungen, nicht an der Action an sich.
Das heißt für dich: Vor den “spaßigen” Actionszenen, brauchst du ein Grundgerüst namens Story. Und bevor die steht, sollte man sich Gedanken über Ort, Zeit, Feeling der Geschichte machen – über das Genre eben.
Wenn es Kämpfe zwischen den Charakteren geben soll, braucht es einen sympathischen Hauptcharakter samt Kumpels, Rivalen und einem coolen Antagonisten. Wenn du Raumschiffschlachten zeichnen willst, solltest du ein gewisses Technikverständnis haben; wenn du Gangster und Verfolgungsjagden cool findest, solltest du Waffen und Autos zeichnerisch beherrschen.
Und wichtig: Bette die Action in ein Genre, dass dir Spaß macht, nicht in etwas, von dem du glaubst, der Verlag will es. Wenn du acht Monate an einem Manga sitzt, sollte der alles beinhalten, was dir Freude macht, umso leichter hältst du ihn dann durch.
Das wäre meine allgemeine Antwort an dich. Trau dich ruhig und geh mit einer “Action-Bewerbung” auf eine Mappensichtung. Die Redakteure können dir dort sehr gutes, individuelles Feedback geben und vielleicht klappt es ja mit einer Veröffentlichung!
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Ich würde gerne noch weiterführend etwas zum Thema Action sagen, ist vielleicht auch für andere interessant (Achtung, Inga holt wieder aus :-D). Die folgenden Überlegungen lassen sich natürlich teilweise auf jedes beliebige Genre übertragen aber ich bleibe mal bei “Action”.
Am Anfang sollte man sich immer fragen, was genau einen am Action-Genre so fasziniert: Die schnellen, lebendigen Seiten (Das Zeichnerische)? Charaktere, die immer wieder über sich hinauswachsen müssen (Das Persönliche)? Die Emotionen, die Härte? Erst, wenn man sich selbst analysiert hat (und vielleicht den Lieblingsmanga), kann man genau “das Ding” für sich finden. Möglichkeiten gibt es viele und man sollte zielgerichtet arbeiten. Legt den Fokus auf den Aspekt, der diesen Durst nach Zeichnen in euch weckt ;-)!
Wenn einem dann schon bestimmte Kämpfe oder Konflikte im Kopf herumspuken, ist das eine gute Voraussetzung für eine Geschichte, die man darum schreiben kann. Als Hilfe zum Thema Schreiben an sich empfehlen sich auch ganz klassische Bücher über Dramaturgie oder Erzähltechniken. Generell ist es hilfreich, wenn man ein übergeordnetes Thema hat, z.b. “Der Kampf gegen die eigene Angst” oder “Der Kampf um ein Mädchen”.
Der Verlag findet es natürlich toll, wenn man gut zeichnen kann aber auch bei Shounen sollte man sich nicht um eine sorgfältig geschriebene Geschichte drücken! Und wie bei 1-Band-Shojo-Titel auch, muss man gar nicht so weit beim Inhalt ausholen. Man musst sich nur sicher sein, wo man den ungefähren Fokus der Story setzt (siehe oben); auf ein Gefühl (Hass, Rache, Liebe), auf ein Setting (Kämpfer, Raumschiffe, Gangster) oder durchgeknallte Figuren. Für einen einzelnen Band sollte man die Geschichte nicht allzu sehr vollstopfen, da Action erfahrungsgemäß sehr viel Platz (Seiten) verbraucht. Ein einzelner Konflikt frisst schnell mal zwanzig Seiten und für einen Endkampf kann man noch viel mehr einplanen!
Allen, die selbst Action zeichnen, erzähle ich sicherlich nichts Neues, wenn ich sage, dass so eine Actionszene auch viel Kraft kostet, da man eine ja eine Art Choreographie schreiben muss: Wer steht wo, wer nutzt welche Waffe, wer hat welche Fähigkeiten und wo landen die Figuren nach der Szene. Meist beinhalten Kampfszenen ja sehr engen Kontakt zweier Figuren, also wird man in vielen Panels zwei (oder mehr!) Personen zeichnen müssen, die direkt miteinander agieren und auf sich reagieren. Das ist eine Menge Arbeit! Und wie soll die Szene erscheinen, kraftvoll, leicht, gehetzt? Sind beide Profis oder müssen sich sich unglaublich anstrengen? Die Möglichkeiten (und Herausforderungen) sind zahlreich.
Ich finde, dass Actionszenen wie ein kleiner Manga in einem Manga sind. Du hast eine Einführung (wer steht wo), du hast einen Spannungsbogen (Wer hat grad die Oberhand, steht der Held kurz vorm Verlieren), einen Wendepunkt (der Held rappelt sich z.B. nochmal hoch) und einen Schluss, das “Ergebnis des Kampfes”. Man muss super sorgfältig sein, sonst werden die (Kampf-)Szenen zusammenhangslos und der Leser schaltet ab, weil sie keinen Sinn machen.
Ein paar Kenntnisse in Kampfsport oder Schwertkampf sollten ebenfalls vorhanden sein, wenn man ein realistisches Feeling anstrebt. Wie man die Fäuste oder ein Schwert hält (oder eine Pistole aussieht), kann viel dazu beitragen, ob eine Szene überzeugend oder lächerlich rüberkommt.
Ich persönlich liebe Action wegen der Schnelligkeit, mit der ich die Figuren durch die Panels jagen kann! Beim Tuschen bereue ich es dann wieder, wenn ich tausende Speedlines ziehen muss, haha. Das bringt mich zum letzten Punkt: Der Optik.
Was die optischen Anforderungen angeht, stellt Action grad unerfahrene Zeichner vor einige Hürden: Personen, meist in Ganzkörperansichten, die nah beieinander stehen und auf sich reagieren. Das hört sich einfach an aber wer schon Probleme hat, einzelne Figuren posen zu lassen, wird wissen, was ich meine. Für Actionszenen sollte man seine Figuren bereits gut beherrschen, sowohl in kraftvollen Posen, als auch in verschiedenen Perspektiven. Und da man die “Kamera” viel um die Figuren herumschwenkt, sollte man auch die Hintergründe in vielen Perspektiven beherrschen. Und was bringt es, wenn ihr drei Stunden an einem Panel sitzt, wenn der Leser dann vor lauter Linien und Staubwolken nichts mehr erkennt. Komposition und Übersichtlichkeit ist also ebenfalls vonnöten.
Das Sahnehäubchen jeder Actionszene sind (grad im Manga) natürlich die Effekte: Speedlines (bitte mit Lineal ziehen), Flashes oder Blitze, aufgewirbelter Staub, fliegende Steine, aufgewirbelte Blätter, schicke Soundwords. Hier kann man natürlich auch mal bei den Profis schauen und analysieren, warum eine Action-Sequenz kraftvoll und brutal wirkt und die andere leicht und elegant.
Ein weites, weites Feld! Ich könnte noch stundenlang über Actionszenen reden, haha. Aber die Quintessenz des Eintrags bleibt trotzdem:
Überzeugende Geschichten kommen aus eurem Herzen UND aus sorgfältiger Planung.
Eine Actionszene reißt am meisten mit, wenn man die betreffenden Figuren bereits ins Herz geschlossen hat.
Ein gewisses zeichnerisches Niveau muss vorhanden sein. Üben, üben, üben, es führt kein Weg dran vorbei. Lieber Körper üben, als sich in aufwändigen Designs zu verlieren.
Je wirrer die Szene (Massenschlägerei), desto klarer muss eure Ausführung dieser sein. Verliert nie die Aufmerksamkeit des Lesers und bleibt “lesbar” :-).
Viel Glück an alle Action-Zeichner dort draußen!
Fernsehbericht zum Thema Mangazeichner
Edit:
Ich bekam am Mittwoch eine Anfrage vom RBB, ob ich für ein kurzes Fernsehinterview zur Verfügung stände – am nächsten Tag! Obwohl es recht kurzfristig war (und ich mitten im Tuschen), habe ich gerne zugesagt.
Das Ganze wird am Montag (7.Mai) im RBB in der Sendung “Was!” ausgestrahlt. Wenn es online kommen sollte, schreibe ich hier nochmal was dazu. Die Rubrik heißt “Von Beruf Profi” und ist eine kurze (4 Minuten) Vorstellung verschiedenster Berufszweige - und diesmal hatten sie eben den Beruf Comiczeichner und hatten auf Empfehlung mich angeschrieben.
Es ist schon unglaublich, wieviel Arbeit in so einem kurzen Beitrag steckt – wir haben tatsächlich fast den ganzen Tag benötigt. Wir, das waren die Redakteurin, der Kameramann und der Tontechniker. Alles sehr nette Leute, danke nochmal für den netten Drehtag.
Im Mittelpunkt standen meine Arbeitsweise und meine Sichtweise zum Beruf freier Zeichner. Es gehört also schon irgendwie zum Thema ”Mangaka werden”, weil ich etwas über meinen Alltag und meinen Werdegang erzähle. Wer also darüber etwas wissen will, kann ebenfalls reinschauen.
Wir haben hauptsächlich in meinem Zimmer gedreht und wie es Kameraleute und Photographen nunmal mögen, waren am Ende des Tages unzählige Bilder und Bücher überall verteilt. Wer die Augen offenhält, wird sicher auch Material zu Alpha Girl im Beitrag finden ;-).
Außerdem wurde ich beim Tuschen und Kolorieren gefilmt aber da ich den Beitrag noch nicht gesehen habe, weiß ich nicht, wieviel von dem Material letztendlich dann im Beitrag landet. Wir hatten auch mehrere Interview-Situationen und auch einen Außendreh. In dem Zusammenhang: Was ich bis jetzt nicht verstehe, ist, warum ein bestimmter Berliner Comicladen auf die kostenlose Fernsehwerbung verzichtet hat, die wir ihm mit unserem Dreh beschert hätten. Man sagte uns nur, wir sollten uns doch bitte eine Woche vorher anmelden.
Hallo, da fragt der RBB wegen drei Einstellungen und die Antwort ist so verknöchert, wie bei einem großen Konzern mit vierstöckiger Befehlskette? Naja, Pech für sie :-P. Auf meinen Tipp riefen wir dann noch Herrn Yamashina an, den Besitzer eines japanischen Buchladens in Charlottenburg. Der sagte sofort zu und so fuhren wir am Nachmittag noch bei ihm vorbei. Danke nochmal für Ihre Hilfe (aber irgendwie wusste ich, dass er zusagen würde, weil er wirklich sehr nett ist).
Nunja, jetzt warte ich genau wie ihr auf den Montag und bin noch unsicher, ob ich es gucken soll, haha. Sich selbst zu hören und “in Action” zu sehen ist ja bekanntermaßen eher eine peinliche Angelegenheit. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel Mist erzählt. Da es so kurzfristig war, konnte ich mich kein Stück auf irgendwas vorbereiten und nach sechs Stunden Dreh war mein Kopf auch irgendwie Mus. Ich weise also jeden Anspruch auf Fehlerlosigkeit von mir X-D.
Ja also, ich hoffe, ihr schaut am Montag rein, so gegen 20:30 könnt ihr mal reinzappen. Inga in Bewegung und ein paar Alpha Girl Appetithäppchen winken :-D. Bis dann!
Das Erschaffen einer weiblichen Hauptfigur
Vielen bereitet es Probleme, aus dem Nichts eine Persönlichkeit zu erschaffen. Dabei gibt es gar keinen Grund zur Unsicherheit! Anstatt zu denken, dass ihr aus dem Stehgreif eine starke Hauptfigur entwickeln müsst, betrachtet das Ganze doch lieber als einen Prozess. Ihr fangt mit etwas Einfachem an und entwickelt. Das ist das ganze Geheimnis. Aus Einfach wird vielschichtig. Fangen wir also an, ihr werdet sehen, es ist ganz einfach!
Wenn ihr wirklich noch ganz am Anfang steht und noch keine Geschichte habt, sondern lieber die Geschichte um die Hauptfigur herumschreiben möchtet, ist es von Vorteil, sich zuallererst einen Oberbegriff für die Hauptfigur festzulegen. Um diesen Begriff werden wir herum arbeiten.
Begriffe könnten zum Beispiel sein: Süß, strebsam, frech oder jähzornig etc. Erstmal nur einer.
Dann beginnt ihr einfach, eine weibliche Figur zu zeichnen, noch ganz ohne Merkmale, einfach in eurem Stil. Hier wäre meine Figur, schnell ausgedacht, ohne irgendeine Richtung oder komplizierte Merkmale. Wie ein weißes Blatt Papier quasi.

Diese Figur ist der Ausgangspunkt. Wir werden jetzt anfangen, ihr ganz individuelle Merkmale zu verpassen und zwar nach meinem gewähltem Gesichtspunkt: “Frech”. Beginnen wir mit dem Gesicht!
Es ist völlig Ok, ihr ein Gesicht zu malen, dass eurem Empfinden von “hübsch” entspricht, also einfach euren Stil erstmal fliessen zu lassen. Ich gebe euch nur ein paar Anregungen:
An den Pfeilen sehr ihr, je spitzer die Linien zulaufen, desto energischer wird eure Figur, achtet besonders auf Augen und Augenbrauen, sie formen das “Standard-Gesicht” am meisten.
Hier mal das Gegenbeispiel, seht ihr, wie die Linien in genau die andere Richtung laufen und ihr Audruck weicher wird? So einfach ist das.
Natürlich ist das ihr “neutrales” Gesicht. In der Geschichte wird eure Figur viele verschiedene Ausdrücke haben, denn ihr wird ja auch eine Menge passieren. Aber es sollte immer in bißchen ihres ursprüngliches Charakters durchscheinen. Hier mal ein Beispiel:
Seht ihr, wie unterschiedlich sie jetzt schon sind? Das “freche” Mädchen lacht laut mit offenem Mund, das “scheue” Mädchen, kichert nur leise und hält sich die Hand vor. Ihr solltet den Charakter der Hauptfigur in allen Gemütslagen durchziehen! Freche Mädchen ärgern sich anders, als scheue!
Kommen wir jetzt zum zweitwichtigsten Thema: Die Haare! Die Haare sind das Kapital einer Frau ;-)! Generell solltet ihr eins wissen: Klischees zu benutzen ist in diesem Stadium und für Anfänger völlig in Ordnung. Wenn ihr also keine Ideen für Frisuren habt, schaut euch einfach mal in eurem Bekanntenkreis um. Welche Frisur trägt der ruhige Bücherwurm aus der hintersten Ecke des Klassenzimmers? Wie trägt die vorlaute Zicke ihre Haare? Wie eine ruhige Schönheit? Wichtig dabei ist: Erkennt ihr ein Schema? Tragen sehr viele Zicken Wasserstoffblod? Tragen viele ruhige Mädchen Mittelscheitel und Straßenköterblond? Sicherlich ist es ein bißchen oberflächlich, Leute so einzuteilen und natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen. Aber wie suchen ja bloss eine Hauptfigur und da kann es nicht schaden, ein paar Klischees zu bedienen. Wie man solches Schubladendenken durchbricht, verrate ich dann ganz am Ende.
Kommen wir also zu den Haaren des frechen Mädchens:
Und die Haare des scheuen Mädchens.
Der Unterschied ist deutlich: Dem freche Mädchen habe ich eine fransige, asymmetrische Frisur verpasst, das scheue Mädchen hat einen runden Topfschnitt bekommen. Wir haben nur durch die Augen und die Haare zwei unterschiedliche Typen geschaffen!
Noch ein Tipp für Fortgeschrittene: Eure Linien tragen immer einen ganz entscheidene Beitrag zum Eindruck der Figur bei. Zieht ihr viele eckige Linien oder Zacken, wie bei dem Fransenhaarschnitt des frechen Mädchens, wird der Eindruck “härter”, wilder. Zeichnet ihr alles mit geschwungenen Linien (rundes Gesicht, weiche, leicht gewellte Haare) wird auch der Gesamteindruck der Figur weicher.
Zum Thema Mode und Accessoires: Kleidet eure Figuren, wenn es ihrem Charakter entspricht, ruhig nach der aktuellen Mode ein. Die Leser mögen es, wenn sie “Reales” in den Designs wiederfinden. Kataloge oder ein Blick in den Bekanntenkreis können da helfen.
Ich habe unsere beiden Mädchen auch noch eingekleidet:
Der Stil ist beide Male zwar süß (weil ich süße Mode mag) aber das scheue Mädchen habe ich noch einen Tick weiblicher eingekleidet. Reale Figuren sind natürlich ambivalenter! Jeder hat mal Tage, an denen er keinen Bock auf Niedliches hat und im Schlabberlook nach draußen geht. Eure Hauptfigur sollte aber einen durchgehenden Stil haben, besonders bei Kurzgeschichten, in denen ihr nur wenig Gelegenheit habt, ihrem Charakter Tiefe zu geben. Denn was ihr durch Worte nicht ausdrücken könnt, entnimmt der Leser oft unbewusst dem Äußerem der Figur, dem “Eindruck”. Also der Mimik, der Gestik oder eben der Frisur oder den Klamotten. Wenn ihr dort bei einer Richtung bleibt, seid ihr immer auf der sicheren Seite.
Aber!
Die große Kunst ist es, wenn ihr dann erfahrener seid, mit den Klischees zu spielen! Das empfehle ich aber wirklich nur erfahrenen Zeichnern, weil eure Geschichte so sehr schnell inkonsequent werden kann und der Leser Mühe hat, die Figuren einzuschätzen, wenn sie “alles gleichzeitig sind”! Vorsicht also damit!
Beispiele dafür wären:
Ein Mädchen mit einem sehr lieben neutralem Gesicht als Ausgangsform. In Wirklichkeit ist sie aber gemein und quält gerne kleine Tiere, wobei sich ihr Gesicht in eine hässliche Fratze verzerrt!
oder
Ein sehr scheues Mädchen mit dicker Hornbrille und ein paar Pfund zu viel auf den Hüften, die aber so sensationell gut singen kann, dass sie auf der Bühne eine umwerfende Ausstrahlung hat!
oder
Eine blonde Zicke mit Dauerwelle, die sich aber um ihre jüngeren Geschwister kümmern muss und sehr verantwortungsvoll mit ihnen umgeht.
Die Möglichkeiten sind vielfältig, wie die Menschen selbst! Wie ihr sicher wisst, sollte man niemanden nur nach seinem Äußeren beurteilen. Aber wie gesagt, nur für erfahrenene Schreiber und Zeichner!
Fassen wir also zusammen:
Eine Hauptfigur sollte ihrem Charakter gemäß aussehen und handeln.
Gebt euch bei der Hauptfigur immer besonders Mühe. Sie sollte immer irgendwie herraustechen, selbst, wenn sie als Mauerblümchen konzipiert ist.
Nehmt euch Zeit für Realismus, das kann z. B. ein Setting sein, dass ihr kennt (deutscher Schul-Alltag) oder aktuelle Mode. Recherchiert!
Abweichungen von der Norm sind toll, müssen aber nachvollziehbar sein und benötigen viel Planung.
Damit wären wir am Ende angelangt. In meiner Serie “Freche Mädchen” musste ich gleich drei sehr unterschiedliche Hauptfiguren pro Band konzipieren. Das benötigte viel Zeit aber ich habe auch eine Menge daraus gelernt und hoffe, dass ich mein Wissen an euch weitergeben konnte!
First Kiss No. 6
Tatsächlich ist das längerfristig gesehen ein schwieriges Thema. Aber Kondome aus Schweinedarm wird es trotzdem nicht geben, uah. Ob ich die Drohung unten wahr mache? Hm, Hm …








